Achtsamkeitstraining
Achtsamkeitstraining als Ergänzung zur Psychotherapie
Achtsamkeitstraining bietet eine wissenschaftlich fundierte Methode, um die Selbstwahrnehmung zu vertiefen, die Aufmerksamkeit zu lenken und die psychische Widerstandskraft zu stärken. Als Achtsamkeitstrainerin setze ich Elemente des MBSR im Rahmen der Psychotherapie als begleitenden Bestandteil ein, sofern dies für Ihre Form der Erkrankung indiziert ist und Sie eine gewisse psychische Grundstabilität mitbringen oder im Therapieprozess erreichen. Hilfreich kann Achtsamkeitstraining insbesondere sein, um einen bewussteren Umgang mit Gedanken, Gefühlen und körperlichen Reaktionen zu entwickeln. Es geht dabei unter anderem darum, nicht mehr mit unseren mentalen Aktivitäten zu verschmelzen, sondern sie als Ereignisse in unserem System zu erkennen, die uns Handlungsvorschläge machen. Wir müssen Ihnen nicht folgen - wir können "de-fusionieren". Moderne Psychotherapieformen wie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) machen Achtsamkeit zu einem fundamentalen Baustein ihrer Behandlunsgsstrategie. Auch die Gestaltherapie hat einen starken Fokus auf den Bereich der Achtsamkeit.
Was bedeutet Achtsamkeit?
Nach der Definition von Jon Kabat-Zinn bedeutet Achtsamkeit, die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten. Wesentliche Merkmale dieser Haltung sind:
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Konzentration und Aufmerksamkeitsfokus werden aktiv gesteuert.
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Wahrnehmungen werden registriert, ohne sie vorschnell zu bewerten, ohne unmittelbar Schlüsse aus ihnen zu ziehen, ohne sie impulsiv in Handlungen umzusetzen, ohne direkt in eine Reaktion zu gehen.
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Der Augenblick wird so angenommen, wie er sich zeigt, mit einer inneren Haltung von Freundlichkeit und Offenheit.
Klinische Wirksamkeit und Nutzen
Die positiven Effekte des MBSR-Programms sind durch zahlreiche klinische Studien belegt. Das Training wirkt direkt auf das vegetative Nervensystem und kann folgende physiologische Prozesse unterstützen:
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Beruhigung des sympathischen Nervensystems
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Senkung des Blutdrucks
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Stabilisierung des Immunsystems
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Verbesserung der emotionalen Selbstregulation
Durch die Schulung der Selbstwahrnehmung können Übende aktiv Einfluss auf ihren Gesundheitszustand nehmen. Die Methode zeigt Ihre Wirksamkeit z. B. in den Bereichen Stressmanagement, Burnout-Prävention, Verhaltensänderung, Ruminieren sowie im Umgang mit chronischen Schmerzen. Sie ist aber kein Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Eine hilfreiche Ergänzung kann sie besonders dann sein, wenn Sie als PatientIn bereit sind, regelmäßig - möglichst täglich - die Techniken, die wir im Rahmen der Einzelsitzung erarbeiten, für sich zu Hause selbständig zu üben. Die Therapie bietet einen geeigneten Rahmen, innere Wahrnehmenungen, physische Erfahrungen, Erinnerungen u. ä., die beim Üben aufkommen, in unserer Sitzung zu besprechen und in den therapeutischen Prozess zu integrieren.
Inhalte des Achtsamkeitstrainings
Ein klassiches Achtsamkeitstraining kombiniert praktische Übungen mit theoretischer Wissensvermittlung und Reflexion.
1. Praktische Übungen
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Bodyscan: Systematische Wahrnehmung einzelner Körperteile zur Förderung der Körperpräsenz und des Körperbewussteins - Umgang mit aufkommenden Empfindungen, Emotionen und Gedanken in Bezug auf den Körper
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Sitzmeditation: Fokus auf den Atem - Beobachtung von Gedanken, Emotionen, Impulsen aus einer Position der Gelassenheit und Freundlichkeit gegenüber sich selbst- Übung von Selbstmitgefühl, Containing, Regsitireren statt ausagieren
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Gehmeditation: Schulung der Aufmerksamkeit in der verlangsamten Bewegung - Fokuslenkung auf den Akt des Gehens - den Kontakt zum Boden bewusst wahrnehmen.
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Achtsamkeits-Yoga: Sanfte Körperübungen zur Erkundung der eigenen physischen Grenzen und Möglichkeiten - Erlernen der Verbindung zwischen Bewegung und Atmung - Fokus auf Konzentration, Atmung und Entspannung in jeder Übung
2. Reflexion
Nach indivuellem Bedarf stimmen wir die für Sie zentralen Themen ab, die Ihre psychische Gesundheit stabilisieren und fördern können:
- Emotionsregulation: Umgang mit schwierigen Gefühlen - Bedürfnisse erkennen und kommunizieren
- Gedanken wahrnehmen: Erlernen, dem Kommen und Gehen der Gedanken beizuwohnen, ohne sich in Ihnen zu verstricken
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Alltagstransfer: Achtsames Essen, Sprechen, Handeln - Innehalten in normalen Situationen, unter Stress, bei Konflikten
- Selbstwahrnehmung - Fremdwahrnehmung - Weltwahrnehmung
- Leichtes und Schönes bewusst genießen, mit Schwierigem sein lernen
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Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl
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Verhaltensmuster erkennen - und gegebenenfalls ändern
- werteorientiert handeln - statt nur zu reagieren und unbewusst eigenen Instinkten und Impulsven zu folgen
- Modus wechseln: Human being statt "Human doing"