Integrierte Gestalttherapie

Gestalttherapie ist ein ganzheitlicher, erfahrungs- und system-basierter, dynamisch-tiefenpsychologischer Zweig der humanistischen Psychotherapie. Sie versteht den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist. Das menschliche Leben ist dabei durch Zyklen geprägt. Schließen wir diese Zyklen gut ab, sind wir in der Regel mit uns im Reinen, fühlen uns friedlich und in der Balance. Bleiben Zyklen "offen", erleben wir dagegen belastende Gefühle, z.B. wenn wir von Menschen, die uns wichtig sind, verletzt oder gekränkt wurden und dies nicht gut verarbeiten konnten. Auch wenn wir in einem unlösbaren Konflikt stecken, im Streit auseinandergehen o. a., bleiben psychische Prozesse unerledigt in uns zurück. Dann fühlen wir uns im weiteren Verlauf vielleicht nicht mehr in der Lage, alltäglichen Aufgaben angemessen nachzukommen. Wir verhalten uns nicht so, wie es aktuelle Herausforderungen von uns verlangen würden.

Im Rückblick entdeckt jeder von uns "Gestalten" aus unserer Kindheit, Jugend und manchmal auch aus dem Erwachsenenalter, die nicht geschlossen werden konnten. Sie rauben uns heute in vergleichbaren Situationen einiges an Energie. Manchmal fühlen wir uns unfrei oder gar handlungsunfähig. Jahrelang können die offenen Gestalten ein von uns unbemerktes Dasein führen. Die Gestalttherapie trägt dazu bei, diese unerledigten Prozesse zu erkennen und zu schließen, sodass wir unser Leben wieder in die Hand nehmen können.

In der geschützten Therapiesituation leite ich Sie dazu an, sich ganz im Hier und Jetzt wahrzunehmen, d. h. raus aus dem Kopf, hinein in die Sinneserfahrung zu gehen. Bedürfnisse und Themen, die diffus im Hintergrund lagen, können so besser in den Vordergrund treten. Ziel ist es, sich der Lebendigkeit dieses Prozesses wieder gewahr zu werden und ihn zurück ins Fließen zu bringen.

Empathisches Verstehen, bedingungsfreie Wertschätzung und Authentizität sind die Basisvariablen in der Therapeuten-Klienten-Beziehung. Sie stellen den Rahmen der Therapie, sodass ein dynamischer, vielschichtiger Prozess in Gang kommen kann, in dem Erleben und Experimentieren im Raum möglich wird.  Mein Menschenbild ist dabei zutiefst humanistisch geprägt. Grundsätzlich sind Sie in der Lage, ihr Leben sinnvoll zu gestalten und Sackgassen aus eigener Kraft zu überwinden. In der Regel kennen Sie sowohl Ihre Themen als auch die für Sie passenden Lösungen, die Ihnen helfen, das dahinterliegende Bedürfnis, die offene „Gestalt“, zu schließen. Wir fördern die dafür erforderlichen Fähigkeiten und legen Ihr intuitives, aktuell vielleicht verschüttetes, Wissen mithilfe der großen Methodenvielfalt der Gestalttherapie frei. So helfen unter anderem

  • Rollenspiele
  • Stuhl- und Kissen-Techniken
  • die Arbeit mit Träumen, inneren Bildern, Märchen oder Erzählungen
  • das unmittelbare Erleben von Gefühlen und Körperempfindungen
  • der kreative Ausdruck von Wünschen und Bedürfnissen
  • die Arbeit mit dem inneren Kind
  • die Aktivierung des inneren Teams
  • die Integration unbewusster Seiten der Persönlichkeit und der Schatten-Anteile
  • die Arbeit mit/an der Grenze

auf der unmittelbaren Handlungsebene im "Hier und Jetzt" zu eigenen Formen der Selbstregulation und Selbstheilung zu finden. Dazu kann gehören, das eigene Selbst ohne Bewertung zu betrachten, sich anzunehmen und zu verstehen, dass wir nicht auf dieser Welt sind, um uns gegenseitig unsere Erwartungen zu erfüllen. Es genügt, so zu sein, wie wir sind, statt zu versuchen, so zu sein, wie wir nicht sind. Die Gestalttherapie erhöht dabei nicht nur die Einsicht in die eigene Lebenssituation und in die Lage anderer, sondern auch die Kontaktfähigkeit zu uns selbst und zu den Menschen in unserer Umgebung. Wir lernen in einen guten Kontakt mit unseren verdrängten Gefühlen zu gehen und in die Verantwortung für unser eigenes Handeln zu kommen.