Integrales Hatha Yoga
Yoga & Psychotherapie: Den Körper als Verbündeten gewinnen
Die Belastungen, die wir erlebt haben, manifestieren sich nicht nur in unserem Kopf oder unserem Herzen. Sie drücken sich oft durch unseren gesamten Körper aus. Manchmal sind wir uns der psychischen Verursachung relativ wenig bewusst, spüren aber sehr wohl z. B. starke Verspannungen, Atembeschwerden oder ein Gefühl der Entfremdung vom eigenen Leib. In vielen Fällen ist es dann günstig, ein körperorientiertes Verfahren wie Yoga zur Unterstützung der Psychotherapie dazu zu nehmen. Als Heilpraktikerin für Psychotherapeutin, Meditations- und Yogalehrerin biete ich Ihnen die Möglichkeit, integrales Hatha Yoga als ergänzenden Baustein in Ihren Entwicklungsprozess zu integrieren.
Ablauf
Zu Beginn steht die Abwägung, ob und inwiefern Yoga bei Ihren Beschwerden und ihrer aktuellen Verfassung als unterstützendes Hilfsmittel indiziert oder kontraindiziert ist. In der therapeutischen Einzelsitzung passen wir die Übungen individuell an Ihre psychische und physische Verfassung an. Wir nutzen das Potenzial bestimmter Übungen, Körper, Geist und Seele zu kräftigen, zu entspannen, zu aktivieren oder zu harmonisieren.
Integration in die Sitzung
Da bestimmte Übungen zu einer intensiven Innenschau führen können, ist die sich anschließende Reflexion über das Erlebte im Rahmen der Therapiesitzung besonders wichtig und beugt potenziellen Risiken wie z. B. einer Destabilisierung vor. Tauchen Erinnerungen, frühere Erlebnisse und belastende Erlebnisse während einer Übung auf, arbeiten wir ganz gezielt damit.
Gezielte Übungen als körperorientierte Interventionen
Yoga nutzen wir dabei nicht in erster Linie als „Sport“, sondern als körperorientiertes Interventionsverfahren. Es dient Ihnen als Brücke zwischen allen Ebenen Ihres Wesens, indem Sie lernen, Ihre körperlichen und seelischen Signale früher wahrzunehmen und angemessener darauf zu reagieren. Yoga kann ihr Bewusstsein schulen und Sie darauf aufmerksam machen, wie Sie mit sich selbst umgehen, welche Haltung Sie zu sich selbst, zu ihrer Umgebung und zum Leben haben. Es zeigt sanfte Wege auf, wie Sie aus alten Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmustern aussteigen können. As komplexes Übungsprogramm kann Yoga mit regelmäßiger Bewegung, Entspannung, Meditation und Atemarbeit positive Veränderungen einleiten. Yoga kann nicht nur die Körperakzeptanz erhöhen, sondern auch die Annahme Ihrer selbst in vielen Aspekten Ihres täglichen Lebens.
Integrales Hatha Yoga
Integrales Hatha Yoga ist eine traditionelle Form der bewussten Körperbewegung, die eine jahrtausendealte Geschichte hat. Das Wort „Hatha“ setzt sich aus „Ha“ (Sonne, aktivierende Energien) und „Tha“ (Mond, beruhigende Energien) zusammen. Angestrebt wir eine Balance dieser Gegensätze, sodass ein harmonisches, ausgewogenes Ganzes entsteht.
Integrales Hatha Yoga umfasst fünf wesentliche Säulen:
- Asanas (Körperhaltungen): Übungen zur Kräftigung, Flexibilisierung, Drehung und Dehnung aller Körperteile
- Pranayama (Atemtechniken): Bewusste Lenkung des Atems mit Auswirkungen auf die Regulation des Nervensystems und dem Energiefluss in Ihnen
- Meditation („Eins-Seins“): geistiger Zustand, wenn die Gedanken im Geist zu Ruhe kommen, sodass unsere wahre Natur zum Vorschein kommt.
- Entspannung: Gezielte Entspannungstechniken, um das Erlebte zu integrieren, den Körper auszuruhen, die entstandene Energie abzuspeichern und den Geist zu fokussieren.
- Ernährung: Yoga gibt Ernährungsempfehlungen, die helfen sollen, den Körper ausgewogen zu ernähren und den Geist, friedvoll, gelassen und klar zu machen
Wie wirkt Yoga auf Körper, Geist und Seele
Die zahlreichen positiven Wirkungen von Yoga auf Körper und Psyche sind heute sehr gut wissenschaftlich belegt und beschrieben. So wird durch achtsame Bewegung, Entspannung und tiefen Atem z. B. der Parasympathikus aktiviert – der Teil unseres Nervensystems, der für Entspannung, Beruhigung und Verdauung zuständig ist. Dabei senkt sich der der Cortisolspiegel ab, sodass sich das Stressempfinden reduziert. Die Schlafqualität kann sich verbessern, die Infektanfälligkeit kann abnehmen. Die Schmerverarbeitung im Gehirn kann sich verändern, sodass sich Schmerzustände verbessern und die allgemeine Lebensqualität steigen kann.
Ausstieg aus Denkspiralen und Hilfe bei der Emotionsregulation
Durch regelmäßiges Üben mit angeleiteten Mediationen und gezieltem Einsatz ausgewählter Körperübungen kann ein selbstreflektierender Prozess im Umgang mit Gefühlen und Gedanken in Gang kommen. Indem Sie lernen, die Haltung einer unbeteiligten BeobachterIn einzunehmen, identifizieren Sie sich mit dem, was im Geist erscheint. Immer wieder lösen wir unsere Aufmerksamkeit geduldig, freundlich, nicht-verurteilend von Denkspiralen, inneren Bildern und Gefühlen und richten sie auf unseren Atem oder ein anderes Konzentrationsobjekt. Wir erleben, wie sie entstehen, für eine Weile bleiben und nach einer Zeit auch wieder vergehen – oft ganz ohne unser Zutun. Sie können uns nicht anhaben, wenn wir durch sie hindurchgehen, und uns eine tiefere Dimension unserer selbst bewusst machen. Diese Erfahrung kann die Toleranz für intensive Affekte ganz allmählich erhöhen und einen guten Umgang mit ihnen ermöglichen.