Meditation
Meditation kann die Selbstwahrnehmung schulen und die Reaktion auf Stressoren verändern. Sie kann die therapeutische Arbeit auf wertvolle Arbeit unterstützen und als fester Bestandteil in einer Therapiesitzung integriert werden. Zudem ist sie als Technik für das Üben zu Hause geeignet. Inwiefern Sie eine geeignete ergänzende Methode bei Ihren aktuellen Beschwerden und ihrer persönlichen Verfassung darstellt, besprechen wie in der Therapiesitzung vor Ort.
Unter Anleitung der Therapeutin lernen Sie, aufkommende Gedanken und Gefühle zu beobachten, ohne sich mit ihnen zu identifizieren oder sie impulsiv auszuagieren. Indem Sie eine klare Beobachterrolle einnehmen, können Sie den Prozess der Entstehung, des Werdens und des Vergehens jeder einzelnen Selbstwahrnehmung in Ruhe verfolgen.
Auch aufkommende Ängste, Sorgen und Belastungsgefühle unterliegen diesem Veränderungsprozess. Wenn wir erleben, dass sie genauso entstehen und vergehen wie Freude, Begeisterung und Wohlwollen, kann das dazu beitragen, dass sich unser System reguliert und in seine natürliche seelische Balance zurückfindet. Meditation stärkt auf diese Weise die Fähigkeit zur Emotionsregulation. Die Akzeptanz für das, was ist, wird größer. Wir können es uns anschauen und es annehmen üben. Indem wir unsere Meditations- und Lebenserfahrungen nicht mehr wegschieben, betäuben oder davor weglaufen müssen, stabilisieren wir uns innerlich.
Konzentrieren Sie sich anhand eines Meditationsobjektes auf den gegenwärtigen Moment, erfahren Sie in der Regel viele Male, wie der Geist abschweift. Unter Anleitung üben Sie, ihn immer wieder zum gegenwärtigen Moment, zum Meditationsobjekt, zurückzubringen. Diese Technik lässt sich gezielt dazu einsetzen, aus negativen Denkspiralen und Grübeleien auszusteigen. Sie erfahren, dass sie ihren Gedanken nicht hilflos aufgeliefert sind. Ganz Gegenteil: Gedanken sind steuerbar und lassen sich geduldig führen. Bei regelmäßiger Übung erhöht sich Ihre Konzentrationsfähigkeit. Ihr Denken kann allmählich gelassener und klarer werden.
Die Meditationspraxis hilft, eine freundlichere Haltung, Geduld und Mitgefühl sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln. Nachdem Sie Ihre Sitzhaltung eingenommen halten, atmen Sie zunächst einige Male tief durch, um ganz in ihrem Körper anzukommen und zu entspannen. Dann öffnen Sie sich bewusst für Positivität, Freundlichkeit, Licht oder eine andere Qualität, die Ihnen angenehm ist. Affirmationen und Wünsche wie „Möge es mir gut gehen“, „Möge ich glücklich sein“ oder Visualisierungstechniken helfen, den Geist ganz auf die Kultivierung von Wohlwollen und Selbstmitgefühl einzustellen. Entsprechende Techniken wie die Metta Bhavana/Maitri Bhavana Meditation eignen sich besonders gut bei Selbstwertproblematiken, kränkenden Erlebnissen und anderen stark belastenden Erfahrungen.
Regelmäßige Meditation beeinflusst bestimmte Regionen im Gehirn positiv, etwa indem sie den präfrontalen Cortex stärkt. Ergebnisse aus Metaanalysen legen nahe, dass sich die Gehirnstrukturen erfahrener Meditierender von denen Nichtmeditierender unterscheiden. Spezifische Arten von Meditation wirken sich langfristig unterschiedlich auf die gehirnphysiologischen Vorgänge aus und beeinflussen die Art der Reizverarbeitung.
So kann Meditation als ein Bestandteil der Psychotherapie hilfreich sein. Sie ist aber kein Ersatz für Psychotherapie oder eine ärztliche Behandlung. Sie ist kein Allheilmittel. Vergleichende Studien zeigen, dass sie ähnlich gute Effekte wie Entspannungstrainings erzielt.
Ihre Erfahrungen in der Meditation besprechen wir im Rahmen unserer Therapiesitzung. Als ausgebildete Meditationslehrerin helfe ich Ihnen, sie einzuordnen und einen guten Umgang mit allem, was in der Meditation wahrnehmbar ist, zu finden. Für die Praxis zuhause gilt: Suchen Sie sich eine feste Zeit, am besten frühmorgens, und einen ruhigen Ort. Seien Sie geduldig. Erwarten Sie nicht zu viel! Beginnen Sie mit fünf Minuten und steigern Sie sich langsam. Je regelmäßiger Sie üben, desto eher werden Sie Veränderungen in ihrem Geist feststellen können.