Wissenswertes

Wie wirkt Psychotherapie?

Die Psychotherapieforschung hat herausgefunden, dass ganz unterschiedliche Therapieansätze zur Bewältigung problematischer Lebenssituationen und beim Abbau von Beeinträchtigungen beitragen können. Zum Teil erzielen diese Methoden einen gleichen oder ähnlichen Wirkungsgrad. Dem wollte man genauer nachgehen und hat sich daher gefragt: Was sind die entscheidenden Wirkfaktoren, die zu einer positiven Veränderung beitragen?

Seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts weiß man, dass die Beziehung zwischen TherapeutIn und KlientIn der zentrale Wirkfaktor in der psychotherapeutischen Behandlung ist. Wenn Sie Vertrauen fassen können zu mir, ist das also eine wunderbare Grundlage. Dafür klären wir unsere Rollen in der persönlichen Interaktion und schaffen so eine gute therapeutische Allianz. Auch wenn Sie sich für das Angebot, das ich Ihnen mache, öffnen können und aktiv mitarbeiten, wirkt sich positiv aus.

Ein Erklärungsmodell Ihrer Erkrankung kann helfen, die Entstehungsbedingungen, die beeinflussenden und die aufrechterhaltenden Faktoren, die zu Ihren Beschwerden beitragen, besser zu verstehen. Denn psychische Erkrankungen sind selten monokausal. Oft sind eine ganze Reihe an genetischen, neurobiologischen, psychischen und sozialen Faktoren sowie belastende Lebensereignisse in einem komplexen Zusammenspiel daran beteiligt. Gleichzeitig gibt es protektive Faktoren, die helfen, dass eine Krankheit trotz erhöhter Vulnerabilität nicht zum Ausbruch kommt oder weniger schwer zu Buche schlägt. Tiefere Einsichten können Sie auch durch Problem- und Situationsanalysen erhalten und daraus relevante nächste Schritte ableiten.

Hoffnung ist ein wichtiger Wirkfaktor. Jeder Mensch hat die Tendenz, sein eigenes Potential entfalten und weiterentwickeln zu wollen. Veränderung zum Besseren ist möglich, wenn wir bereit sind, neues Verhalten zu entwickeln und Hilfe anzunehmen. Was Sie in der Therapie erlernen, können Sie direkt im Alltag erproben. Das ist wichtig, denn Erfolgserlebnisse fördern Ihr Sicherheits- und Kompetenzgefühl.

In der Therapie werden Sie erfahren, dass ich Sie darin unterstütze, sich ihr eigenes emotionales  Erleben wieder zu erlauben. Wir werden daran arbeiten, angemessene Ausdrucksformen dafür zu finden. Denn wenn wir uns mit dem ganzen Gefühlsspektrum, das uns als Menschen zur Verfügung steht, annehmen können, ist das eine hervorragende Basis für die Veränderung unserer Einstellungen und unseres Verhaltens.

Genauso unterstütze ich Sie darin, sich ihrer eigenen Ressourcen bewusst zu werden, sie zu aktivieren und einzusetzen. In jeder Situation haben wir eine bestimmte Bandbreite an Möglichkeiten. Sie können lernen, Ihre Fähigkeiten, Interessen, Impulse und Motivationen dazu zu nutzen, um diese Möglichkeiten zu heben.

Psychotherapie wirkt auch dann gut, wenn Sie Ihnen einen unmittelbar erlebbaren Zugang zu Ihren Themen und Problemen ermöglicht. Man nennt das auch „Problemaktualisierung“. Besonders das, was in der konkreten Therapiesituation nochmal erlebt und gefühlt wird, kann positiv beeinflusst, anders verarbeitet und im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren allmählich ins Selbstkonzept integriert werden, ohne länger abgewehrt, ohne auf alte Muster der Abwehr, Betäubung, Vermeidung, oder Verzerrung zurückzugreifen.

Ganz konkret wird die Therapie, wenn wir uns der Förderung Ihrer Kompetenzen, einer guten Tagesstruktur u. ä. zuwenden, die zu einen angemesseneren Umgang mit den Beschwerden im Alltag beitragen. Und schließlich hilft es auch, genauer Ihre Ziele und Werte im Rahmen Ihrer aktuellen Verhaltensweisen zu beleuchten. Sinnfragen sowie ethische, philosophische und spirituelle Aspekte, die Ihr Leben berühren, schaffen mehr Bewusstsein für das, was trägt.